D21 - Matriarchat - Patriarchat - Integrat - Ein Beitrag der Analytischen Psychologie zur sog. Gender-Debatte

Bautzen (Burgtheater Bautzen)

"Matriarchat - Patriarchat - Integrat - Ein Beitrag der Analytischen Psychologie zur sog. Gender-Debatte"

Wir leben offensichtlich in einer Zeit des Überganges. Unübersehbar ist, dass das Patriarchat ausgedient hat. Unter den Verwerfungen, besser gesagt, unter der inzwischen eingetretenen Verworfenheit des Patriarchates, leidet die ganze Welt, und wir wissen nicht, ob die Menschheit dies alles überleben wird.

Ausdruck findet dieser Übergang auch darin, dass sich die Geschlechter neu definieren. Im Wandel begriffen ist die - innerseelisch empfundene - Selbst-Zuschreibung ebenso wie die in der sozialen Wirklichkeit ausgelebte Bezogenheit der Geschlechter aufeinander. Die damit verbundene sog. Gender-Debatte wird von manchen Zeitgenossen stürmisch begrüßt, von anderen wieder als verstörend abgewehrt.

Schauen wir in die Geschichte, so sind solche Neuverhandlungen des Verhältnisses der Geschlechter zueinander keineswegs überraschend. Die berühmten Bilderserien der Alchemisten befassen sich mit der Entstehung eines neuen (inneren) Menschen, welcher Männliches wie Weibliches umfasst. Sie knüpften an den antiken Mythos vom „Hermaphroditen“ an, dem Kind von Hermes und Aphrodite.
Eine solche Übergangssituation, nämlich der vom Matriarchat zum Patriarchat, formte der Dresdner Bildhauer Ernst Rietschel (1804 – 1861), übrigens der Schwiegerssohn von Carl Gustav Carus, in einer eindrucksvollen Figurengruppe, welche des Mythos des Orest darstellt und sich heute am Burgtheater in Bautzen findet.

Wir werden uns am Donnerstag ab 17 Uhr theoretisch mit dem Mythos beschäftigen. Gegen 21 Uhr werden wir dann die Möglichkeit haben, eine beeindruckende Licht-Ton-Installation zum Mythos des Orest anzusehen, vorgestellt wahrscheinlich von der am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen tätigen Kunsthistorikerin, Frau Suschke.

Am Freitag werden wir versuchen, das am Abend zuvor Gesehene theoretisch weiter zu durchdringen. Grundlage ist das Konzept der Stufen der Bewusstseinsentwicklung, die von Jean GEBSER angegeben wird. Dieses Konzept fasst die Erkenntnisse der Ethnologie, der Tiefenpsychologie und der Religions-Geschichte wie der Religionspsychologie zusammen.

Wenn das Seminar gelingt, könnte es ein Beitrag sein, die gegenwärtige Zeit, eine Zeit des Überganges, besser zu verstehen und uns zu orientieren.

Die Teilnahme ist nur über die ganze Zeit möglich.
Hinweise auf Literatur können zur eigenen Vorbereitung beim Referenten erbeten werden.
Eine Übernachtung in Bautzen ist zu empfehlen.

Dr. med. Kessner

Kursdetails

  • Semester: Sommersemester 2023
  • Gliederung: I. Curricula der Richtlinienverfahren / I.2 Psychoanalyse
  • Umfang: 7 Stunden
  • Dozentin: Kessner, Christian
  • Teilnehmende: A
  • Fortbildungszertifikat:

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